I ging
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I Ging ist eine komplexe und tief greifende Form der Orakelbefragung, bei der es nicht nur darum geht, eine Antwort auf eine bestimmte Frage zu finden, sondern auch, welcher Weg zur inneren Wahrheit führen kann.

Die Anfänge

Die Anfänge des I Ging, zu deutsch „Das Buch der Wandlungen“, führen bis ins mythische Altertum Chinas zurück. Ursprünglich bestand das Buch der Wandlungen aus einer Sammlung von Orakelsprüchen. 1000 v. Chr. wurde es von König Wen und seinem Sohn Herzog von Dschou überarbeitet. Sie ergänzten die Orakelsprüche mit Handlungsanweisungen, die dazu dienten, auf die Weissagungen entsprechend reagieren zu können. Man war also nicht mehr den Geschehnissen ausgeliefert, sondern Mitgestalter seines Schicksals. Später  beschäftigte sich  Kungtse eingehend mit diesem  Buch und fügte Erklärungen und Kommentare hinzu.

Die Befragung des Orakels

Das Orakel wurde ursprünglich mit Hilfe der Stängel der Schafgarbenpflanze befragt. Dabei wurden die Stängel vom Befragenden nach Zufallsprinzip geteilt. So gab man dem Unbewussten im Menschen die Gelegenheit, sich zu manifestieren. Die Stängel wurden dann nach einem genau vorgegebenen System gezählt und in Hexagrammen angeordnet. Diese Hexagramme wurden mit Hilfe des I Ging (Buch der Wandlungen) interpretiert und gedeutet.

Heute werden für die Befragung üblicherweise 3 Münzen geworfen. Entsprechend der Kombination aus Kopf und/oder Zahl der drei geworfenen Münzen werden bestimmte Linien aufgezeichnet. Sechs Münzwürfe ergeben schließlich das bereits oben erwähnte Hexagramm oder auch „Zeichen“ genannt. Das Zeichen stellt die aktuelle und zukünftige Gesamtsituation des Befragenden dar, während die Linien die wechselnden und sich wandelnden Zustände aufzeigen, die letztendlich die zukünftige Entwicklung offenbaren.

Die Weissagung

Zukünftige Ereignisse haben meistens eine längere Vorbereitungszeit, die im Unbewussten geschieht. Uns sind die Geschehnisse und deren Folgen aber erst bewusst, wenn sie in die materielle Welt eintreten und wahrgenommen werden können.

Solange die Dinge im Entstehen sind, können sie auch geleitet werden, wenn man früh genug erkennt, ob alles in den richtigen Bahnen läuft. So ist man dem Schicksal nicht ausgeliefert, sondern kann aktiv eingreifen und sein Leben in die Hand nehmen.

Mit Hilfe des I Ging kann man Fragen klären, wie „ist dies die passende Wohnung“, „ist dieser oder jener Job besser für mich“, „ist es eine gute Zeit, um ein bestimmtes Projekt zu starten“, etc. Im Unterschied zur Astrologie, die die externen Faktoren des Universums analysiert, berücksichtig das I Ging den inneren, emotionalen Zustand des Menschen. Das I Ging lässt den Befragenden erkennen, ob seine bewusste Einstellung mit seiner unbewussten harmonisch zusammenarbeitet. Ist dies nicht der Fall, so gibt das I Ging Aufklärung, wie die beiden in Einklang gebracht werden können.

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